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Mary Stone - Autumns Falle (Autumn-Trent-Serie Book 9) (English Edition)

A Taste of… Autumns Falle

Erstes Kapitel

Tick-tack. Tick-tack. Tick-Tack.

Die Wanduhr in Ms. Pasinskis Büro dröhnte Sarah Nichol in den Ohren und zerrte an ihren Nerven. Sie hasste das hässliche Ding und alles andere hier, das ganze blöde Gebäude. Abteilung für … irgendwas Dämliches. Ein Ort mit einem langen Namen, wo ernsthafte Erwachsene in diesem falschen Ton mit ihr und ihrer Schwester redeten, den sie bei Kleinkindern verwendeten, wenn sie ihnen sagten, alles werde gut.

Sarah ballte die Fäuste. Ms. Pasinski log. Es konnte nicht anders sein. Weshalb hätte Autumn sich sonst so eigenartig verhalten?

Als sie ihre Halbschwester verstohlen ansah, wurde ihr ganz kalt. Autumn standen Tränen in den grünen, geweiteten Augen. Sie waren so groß, dass der weiße Augapfel ganz zu sehen war.

So verängstigt hatte sie die tapfere, taffe Autumn, die fast gestorben wäre, als ihr böser Dad – Sarahs Stiefvater – ihren Kopf gegen den Couchtisch gerammt hatte, noch nie erlebt. Sie hatte mehr Angst als damals vor der anstehenden schweren Operation, nachdem der Arzt ihren Kopf verbunden hatte, sodass sie aussah wie eine Mumie.

Sie fürchtete sich so sehr, dass sie sich an Sarahs eigenen Daddy klammerte und ihn anflehte: „B-bitte l-lass mich nicht allein.“

Obwohl ihr die Hände zitterten, reckte Sarah das Kinn. Autumn hatte sie immer zu beschützen versucht, doch jetzt lag es an ihr, ihrer Schwester zu helfen. Sie stürzte vor und schlang die Arme um Autumn. „Daddy, sag ihr, dass sie mitkommen kann!“

Sie drückte ihre Schwester mit der ganzen Kraft ihres achtjährigen Körpers, wollte Autumn klarmachen, dass ihr Daddy anders war als Jeffrey Nichol. Ihr Daddy war ein netter Mann und würde nicht zulassen, dass man sie voneinander trennte.

Als die blöde Uhr immer weiter tickte, ohne dass ihr leiblicher Vater etwas sagte, wandte Sarah sich zu ihm um. Ihm standen Tränen in den Augen, ein schlechtes Zeichen.

Mommys und Daddys weinten nur dann, wenn etwas sehr Schlimmes passierte.

Oder wenn etwas Schlimmes passieren würde.

Sarah packte den Hemdärmel ihres Vaters. „Bitte! Sag Autumn, dass wir sie nicht hierlassen. Sag ihr, dass du sie adoptieren wirst, wie ihr Dad mich adoptiert hat, und dass wir nicht mehr Nichol heißen, sondern Petzke, wie du. Sag es ihr!“

Sie hielt die Luft an und wartete auf eine Antwort ihres Daddys. Er war so krank gewesen, dass die Polizei sie abgeholt und ihr verboten hatte, ihn zu besuchen. Er war so lange weg gewesen, dass Sarah schon befürchtet hatte, sie müsste den Rest ihres Lebens bei ihrer und Autumns Mommy und Autumns schrecklichem Vater verbringen.

Aber jetzt war Daddy wieder da und würde alles in Ordnung bringen. Sie und Autumn würden ein neues Zuhause bekommen. Ein schönes Haus, in dem niemand herumschrie und sie schlug, weil sie zu viel gequatscht oder zu laut gelacht hatten. Ein Ort, wo niemand brüllte.

Sie zerrte am Ärmel, doch ihr Daddy ließ den Kopf hängen.

„Sarah“, sagte Ms. Pasinski mit sanfter Stimme. „Dein Vater kann im Moment nur dich mit nach Hause nehmen. Für Autumn haben wir eine nette Pflegefamilie gefunden, und ich glaube, sie wird dort sehr glücklich werden.“

Eiskalter Zorn erfasste Sarah. Wie konnte Ms. Pasinski mit ihrem blöden blonden Haar in diesem blöden blauen Kostüm dasitzen und so tun, als läge ihr etwas an ihnen?

„Nein!“ Sarah hieb ihre Faust auf den Schreibtisch. „Sie kommt mit!“

Ms. Pasinski runzelte die Stirn und fasste Sarah bei der Schulter. „Ach, Liebes. Es tut mir so leid.“

Wütend machte Sarah sich los und schlug wieder auf den Tisch. Papiere flogen vom Schreibtisch der bösen Hexe.

Daddy zog sie an sich. „Schatz, wir können Autumn heute nicht mitnehmen.“

Autumn begann zu schluchzen, was Sarah noch wütender machte. „Nein!“ Sie wand sich in der Umarmung ihres Vaters und entschlüpfte ihm. „Sie ist meine Schwester! Sie braucht keine Pflegefamilie. Wir sind ihre Familie!“

Sarah schlang Autumn die Arme um die Hüfte und verschränkte die Finger mit ihren. Sie würde jeden, der ihr die Schwester wegzunehmen versuchte, schlagen, treten und beißen.

Autumn erschauerte und drückte sie, dann machte sie sich behutsam von ihr los. Sie legte Sarah die Hände auf die Schultern. „Ist schon okay. Es ist ja nur vorläufig. Die Zeit wird vergehen wie im Flug. Dann sind wir wieder zusammen. Versprochen.“

Sarah machte ein finsteres Gesicht. Jetzt log auch noch Autumn sie an. „Das hat mein Daddy auch gesagt, bevor er weggegangen ist, und es hat so lange gedauert, dass ich dachte, er würde nie mehr zurückkommen.“ Sie packte Autumns T-Shirt. „Ich lass dich nicht los. Niemand kann mich dazu zwingen!“

Ihr Daddy tätschelte ihr die Schulter. „Ich werde alles dafür tun, dass Autumn bei uns leben kann. Das verspreche ich euch beiden. Ihr werdet wieder zusammen sein. Schon bald.“ Er klang traurig und löste Sarahs Finger von Autumns Schulter. Die schrie klagend auf und drückte Sarah so fest an sich, dass sie keine Luft mehr bekam.

„Bald.“ Autumn zitterte das Kinn, Tränen strömten ihr über die Wangen. „Ich hab dich lieb, und bald werden wir wieder zusammen sein.“

Daddy schloss die schreiende Sarah in die Arme und trug sie hinaus. „Neiiin! Ich brauche dich! Ich brauche meine Schwester!“

„So ist’s recht, Bitch. Gib’s mir.“ Ein tiefes Knurren versetzte sie in die Gegenwart, zurück zu dem Fremden, der sich auf ihr abrackerte.

Sarah hatte Schmerzen am ganzen Leib. Sie hoffte, dass es bald vorbei sein würde, damit sie nach Hause fahren und schlafen konnte. Der Freier hatte sie im Voraus gut bezahlt, erschöpfte sie jedoch so sehr, dass sie kaum mehr als ein „Oh, Baby!“ oder „Ja! Ja!“ rausbrachte, um ihn bei Laune zu halten.

Die Matratzenfedern in dem billigen Motel quietschten monoton. So ging es schon endlos lange, und allmählich bekam sie Angst. Der Typ wirkte zunehmend aggressiv. Nicht fetisch-aggressiv. Das machte ihr nichts aus.

Dieser Mann war anders. Ihr Freier verhielt sich so, als verabscheute er sie, obwohl sie das tat, wofür er sie bezahlt hatte. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass er sich vorstellte, sie sei jemand anderes. Eine Frau, die ihn wütend machte.

Er haute ihr fest auf den Po, und Sarah verkniff sich einen Aufschrei. Über rauen Sex hatten sie im Vorfeld nicht gesprochen. Der kostete extra, und es ärgerte sie, wenn ihre Freier glaubten, sie könnten sich alles erlauben, nur weil sie eine Prostituierte war. Als wäre sie ein Mensch zweiter Klasse.

Als er ihr mit den Fingernägeln den Rücken zerkratzte, zuckte Sarah zusammen. Sie hatte jetzt wirklich genug von dem Kerl. Schrammen und Narben waren schlecht fürs Geschäft.

Sein Ächzen tönte ihr in den Ohren, der ganze Raum stank nach Sex. Sie musste sich einen besseren Job suchen. Stripclubs waren in den ganzen USA Besuchermagnete, und Tallahassee stellte bestimmt keine Ausnahme dar. Nachdem sich im Trailerpark jemand nach ihr erkundigt hatte, wollte sie eigentlich nicht mehr im Computersystem eines Arbeitgebers auftauchen, doch inzwischen hatte sie einen anderen Namen angenommen.

Cara Nicholson war ein Niemand.

Sie musste bloß die Angabe der Sozialversicherungsnummer umgehen. Mit ein, zwei Blowjobs ließe sich das sicher regeln. Man würde sie einstellen, weil sie hübsch war und gutes Geld brachte.

Vielleicht war sie im Moment ein bisschen zu mager, doch das könnte sie mit ein paar Cheeseburgern von McDonald’s beheben. Außerdem hatte sie gute Zähne und keine Krokodilhaut. Sie ließ die Finger von Meth und anderen harten Drogen, die viele junge Frauen auffraßen wie Krebs.

Jeder Stripclub würde sie doch wohl als einen Gewinn betrachten, und die Vorzüge eines regulären Jobs mit Regeln und Grenzen für das, was ein Mann ihr antun durfte, waren gewaltig. Eine einzige Nacht mit einem aggressiven Idioten genügte, um ihr ins Gedächtnis zu rufen, wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen waren.

„Du bist so heiß, Baby.“ Die Hoffnung auf einen neuen Job verlieh ihr die Kraft, ihre Rolle zu spielen. „Du bist der Beste. Ein richtiger Hengst.“

Der Mann grunzte zufrieden.

Die Matratze quietschte. Der Mann schwitzte. Sarah driftete wieder ab und dachte an das erste Mal, als jemand sie für Sex bezahlt hatte. Sie war sechzehn gewesen, hatte aber älter gewirkt. Ihr Dad war wiederholt in der Reha gewesen. So oft, dass sie alle Hoffnung aufgegeben hatte, er werde jemals wieder nüchtern werden.

Nach seinem letzten Rückfall war sie von zu Hause fortgegangen. Ursprünglich hatte sie vorgehabt zu kellnern. Genug Geld zu verdienen, um sich ein Motelzimmer auf Wochenbasis leisten zu können, während sie einen besseren Plan fasste.

Nach einer Woche Arbeitssuche und auf Parkbänken verbrachten Nächten hatte sie ein Mann angesprochen und ihr einen Job angeboten. Wenn sie ein paar Mal pro Woche mit jemandem schlafe, könne sie ordentlich verdienen. Der freundliche Mann hatte ihr versichert, sie bekäme auch eine Wohnung.

Verschwiegen hatte er ihr, dass weitere dreizehn Mädchen dort lebten und dass sie von Glück sagen konnte, wenn sie in der Zeit, in der sie nicht anschaffte, einen Schlafsack auf dem schmutzigen Boden vorfand.

Nach dem ersten Mal hatte sie so heftig geweint, dass ihr schlecht geworden war. Eins der Mädchen in der Wohnung hatte gemeint, sie solle ans Geld denken. Mädchen wie sie hätten keine andere Möglichkeit.

Wir arbeiten mit dem, was wir haben.“ Sie hatte anzüglich die Hüften geschwungen und Sarah zugezwinkert.

Das Kokain half Sarah, die Dates zu ertragen, und verschaffte ihr dadurch ein ordentliches Einkommen. Von dem Geld wiederum kaufte sie sich Drogen.

Mit zweiundzwanzig hatte sie sich bemüht, clean zu werden. Sie hatte nach Autumn gesucht, weil sie glaubte, ihre Schwester könne ihr vielleicht dabei helfen, einen Neuanfang zu machen. Schließlich war das, was sie in ihrer Kindheit erlebt hatten, nicht ihre Schuld. Man konnte von ihnen beiden nicht erwarten, dass sie kluge Entscheidungen trafen.

Sarah krallte die Finger ins Laken, einen bitteren Geschmack im Mund. Im Unterschied zu ihr hatte Autumn die richtigen Entscheidungen getroffen.

Sarahs Vater hatte es nie in Angriff genommen, sich das Sorgerecht für sie zu sichern, und nicht mal veranlasst, dass sie seinen Nachnamen bekam. Sarah hieß immer noch Nichol, Autumn nicht. Deren Adoptiveltern hatten ihren Namen ändern lassen.

In Trent.

Es hatte eine Weile gedauert, das herauszufinden, und eine Internetrecherche ergab, dass ihre Schwester sich an der Virginia Commonwealth University in Richmond eingeschrieben hatte. Auf den wenigen Fotos, die sie über Google fand, wirkte ihre Schwester gesund. Glücklich. Wunderschön.

Autumn hatte ihr ursprünglich blondes Haar, das sie von ihrer Mutter geerbt hatte, rot gefärbt. War es ihr so leichter gefallen zu vergessen, dass sie eine Schwester hatte?

Die Freude, die sie anfänglich empfunden hatte, verwandelte sich in pechschwarze Verbitterung.

Autumn hatte sie alleingelassen und führte ein tolles Leben, während Sarah für Fremde die Beine breit machte, bloß um nicht auf der Straße zu landen. Die Diskrepanz schmerzte sie wie ein Messerstich in den Unterleib.

Sie hatte gleich wieder zu koksen begonnen, und es gab nur eine Möglichkeit, die Sucht zu finanzieren.

„Wir arbeiten mit dem, was wir haben.“

„Aah!“, schrie Sarah, als der Kerl sie in die Lippe biss und sich ein metallischer Geschmack in ihrem Mund ausbreitete. Sie erinnerte sich gar nicht mehr, wann sie wieder auf dem Rücken gelandet war, doch da lag sie und blickte in seine triumphierenden blauen Augen.

Er ließ ihre Lippe los, leckte das Blut auf und lächelte bedrohlich. „Das ist das wahre Zeug. Mehr davon.“ Er nahm ihr Ohrläppchen zwischen die Zähne und grub sie ins weiche Fleisch.

Es tat höllisch weh. Sarah wollte sich ihm entziehen, fürchtete aber, der Psycho könnte ihr das Ohr abbeißen. Die Angst lähmte sie, während sie an die drei Prostituierten dachte, die in letzter Zeit umgebracht worden waren.

War sie die Nächste?

„Hm.“ Im rauen Flüstern ihres Freiers lag tiefe Genugtuung. „Ich möchte, dass du überall blutest, Baby.“

Ihr sträubten sich die Nackenhaare.

Das ist nicht nur ein aggressives Arschloch. Er ist irre. Und er wird dich in Stück reißen, wenn du nicht machst, dass du hier wegkommst.

Adrenalin strömte durch ihre Adern. In dem Moment, als sie eine Gelegenheit witterte, stieß sie den Mann von sich, schlängelte sich unter ihm hervor und sprang aus dem Bett. Sie war einen Schritt weit gekommen, da packte er sie beim Haar und zerrte sie zurück aufs Bett.

Während Sarah um sich trat, auf den Mann einschlug und ihn kratzte, drückte er sie mit seinem Gewicht nieder. Er lachte ihr ins Gesicht und verspritzte Speichel, ein wahnsinniges Funkeln in den Augen.

„Lass mich los, und wir vergessen, was passiert ist.“

Das Gelächter des Mannes wurde noch lauter. „Oh, das glaube ich nicht. Ich hab noch was vor mit dir, mein Mäuschen.“

Sie versuchte ihm das Knie in den Unterleib zu rammen, und er revanchierte sich, indem er sie mit dem Handrücken so fest ins Gesicht schlug, dass sie Sterne sah.

Ein zweiter Schlag an den Kiefer, und sie wäre beinahe ohnmächtig geworden.

Wenn du jetzt bewusstlos wirst, wachst du vielleicht nie wieder auf.

Der Mann zerrte ihre Arme nach oben und wickelte etwas darum.

Textilklebeband. Er fesselt dich. Du wirst sterben.

Sie riss erneut das Knie hoch, und diesmal traf sie ihn am Bauch. Sein Gebrüll dröhnte ihr in den Ohren, doch noch verstörender war das nachfolgende sadistische Gelächter.

Ein eiskalter Schauder lief ihr über den Rücken. Dem kranken Scheißkerl machte es Spaß, dass sie sich wehrte.

In heller Panik wälzte sie sich vom Bett. „So willst du’s haben, Hure?“ Sie roch seinen stinkenden Atem, während er ihr den Mund zuklebte und sie kaum Luft bekam.

Sarah fühlte sich hilflos. Es gab nicht mehr viel in ihrem Alltag, wofür es sich zu leben lohnte, doch sie hatte gehofft, dass sie wenigstens irgendwann ein stilles Ende nehmen würde. So sollte es nicht sein.

Während schwarze Flecken vor ihren Augen tanzten, bedauerte sie nur, dass sie jetzt keine Gelegenheit mehr haben würde, ihre Schwester wiederzufinden.

„Was willst du mal werden, wenn du groß bist?“ Autumn streckte die mageren Beine aus, während sie immer höher schaukelte. „Ich glaube, ich will Astronautin werden und mit einer Rakete in den Himmel fliegen!“

Sarah kicherte, während ihre Schwester den Kopf in den Nacken legte. Das blonde Haar wehte ihr nach, als würde sie tatsächlich durch den Kosmos düsen. Sarah wusste nicht, was sie werden wollte. Sie war erst sechs, und die Entscheidung fiel ihr schwer.

Aber sie konnte träumen.

„Ich wünsche mir ein riesengroßes Haus voller Katzen und Hunde. Ich werde alle herrenlosen Kätzchen und Welpen adoptieren, und sie bekommen alle ein eigenes Zimmer und werden sich nie wieder allein fühlen. Ich passe auf sie auf, damit sie nicht vom Auto überfahren oder von bösen Menschen angeschrien werden.“

Autumn lachte. „Das klingt eher nach einer Burg. Bekomme ich auch ein Zimmer?“

Sarah glaubte, nicht richtig gehört zu haben. „Aber logo! Wir teilen uns ein Zimmer, damit wir kuscheln können, wenn ich nachts Angst habe.“

Autumn nickte zustimmend. „Ich glaube, wenn wir groß sind, haben wir vor nichts mehr Angst. Dann sind wir taff.“

„Taffe Schwestern!“, krähte Sarah und reckte die geballte Faust.

Wenn sie groß wären, würden sie die schönsten Abenteuer zusammen erleben. Das wusste sie.

Eine brutale Ohrfeige versetzte Sarah in die albtraumhafte Realität ihres Erwachsenenlebens zurück.

„Sieh mich an, Hure.“ Seine Stimme war so kalt und tot wie ihre Kindheitsträume.

Mit ihren halb zugeschwollenen Augen machte sie verschwommen sein Gesicht aus.

Er legte ihr die Hände um den Hals und grub die Finger in ihre Haut, bis sie nach Luft schnappte. „Eins musst du wissen, Sarah: Deine Schwester ist an allem schuld.“ Er drückte fester zu.

Die dunklen Flecken vervielfachten sich, während sie Sauerstoff in die Lunge zu saugen versuchte. Sie musste sich verhört haben. Sie hatte ihm gesagt, sie heiße Cara … und woher wusste er außerdem, dass sie eine Schwester hatte?

Sein Lächeln wurde breiter. Obwohl ihr immer schwummriger wurde, bemerkte sie den hellroten Blutstropfen in seinem Mundwinkel. „Denk dran, Autumn hat dir das angetan.“

Vor Benommenheit und Bestürzung schwirrte ihr der Kopf. Autumn. Er kannte den Namen ihrer Schwester.

Mit brennender Lunge japste sie vergeblich. Der Wahnsinnige würde sie erdrosseln.

Während es schwarz um sie wurde, hallte seine spöttische Stimme in ihr nach.

Autumn hat dir das angetan.

Zweites Kapitel

„Shelby ist schwanger.“

Special Agent Autumn Trent freute sich über Bree Staffords Ankündigung.

Agent Staffords breites Lächeln ließ erkennen, dass sie glücklich war über die Schwangerschaft ihrer Frau und den zu erwartenden Familienzuwachs. Ihr Glück strahlte auf den nüchternen Flur ab.

Die Abteilung für Verhaltensanalyse in Richmond war alles andere als die perfekte Umgebung für die Bekanntgabe einer Schwangerschaft. Ihre Arbeit brachte es mit sich, dass sie viel Zeit auf riskanten Einsätzen verbringen mussten. Das Aufziehen von Kindern wurde deshalb häufig zurückgeschoben. Falls ein Agent überhaupt das Risiko eingehen wollte, Kinder zu bekommen.

„Das ist ja fantastisch.“ Gegen einen Anflug von Neid ankämpfend, zog Autumn die viel größere und erfahrenere Agentin an sich und umarmte sie. Es kam ihr so vor, als sei es noch gar nicht lange her, dass sie an der Bar von The Lyft Bier ausgeschenkt und mit Shelby geplaudert hatte, die damals mit Bree verlobt gewesen war.

Ohne den Nebenjob im Lokal ihrer Tante und Shelbys Freundlichkeit wäre Autumn nie in der FBI-Abteilung gelandet. Mit dem Kellnern hatte sie sich ihr Studium der forensischen Psychologie mit Strafrecht als Nebenfach finanziert. Indem sie einen Juris Doctor und den offiziellen Titel Dr. Autumn Trent erwarb, schien ihre Karriere vorgezeichnet.

Durch den Kontakt mit dem kleinen Kreis der Bundesagenten, deren Stammkneipe das Lyft war, hatte ihre berufliche Laufbahn eine rasche und unerwartete Wendung genommen.

Neben ihr trat Supervisory Special Agent Aiden Parrish vor, schüttelte Bree die Hand und gratulierte ihr. „Sie und Shelby haben alles Glück der Welt verdient.“

Während Autumn die aufrichtige Freude ihres Vorgesetzten registrierte, wurde ihr Lächeln angespannt. Sie teilte seine Gefühle. Doch das war nicht der Grund für das plötzliche Unbehagen. Es rührte daher, dass sie und Aiden inzwischen ein Paar waren.

Was, wenn seine Begeisterung über Brees bevorstehende Mutterschaft Ausdruck seiner eigenen Sehnsucht war, eines Tages Vater zu werden? Bei Autumn hatte man Endometriose festgestellt, weshalb sie auf natürlichem Weg nicht schwanger werden und keine Kinder austragen konnte.

Nach der Kindheit, die sie durchgemacht hatte, war sie sich nicht hundertprozentig sicher, ob sie sich selber Kinder wünschte. Menschen mit Problemen zu helfen, stand bei ihr an erster Stelle, und dabei blieb nicht viel Zeit für die eigene Familie.

Autumn wusste nicht, wie Aiden über Kinder dachte. Sie betrachtete es auch nicht als ihre Pflicht, ihm welche zu schenken. Wenn die Beziehung sich jedoch weiterentwickelte, wäre es nur recht und billig, mit ihm über ihre Einschränkungen zu sprechen.

Als Bree sich aufmachte, den anderen Kollegen die frohe Kunde zu überbringen, wandte Aiden sich an Autumn. „Noah und Winter sind verlobt. Bree und Shelby erwarten ein Kind. Das löscht nicht unbedingt die Erinnerung an den Skinner-Fall aus, ist aber mal eine angenehme Entwicklung.“

Autumn nickte. Vier Tage zuvor waren sie in Dearborn, Connecticut, gewesen und hatten einen Kidnapper gejagt, der eine offene Rechnung begleichen wollte. Der Mann hatte wegen eines Sexrings reicher Bürger einen Sohn verloren und Rache geschworen.

Sie fröstelte. Ihr Team hatte es geschafft, vier der Opfer zu befreien, doch das fünfte hatten sie nicht retten können. Die junge Frau war brutal ermordet und dabei gefilmt worden, und die Bilder würde Autumn nicht so bald vergessen.

Wir konnten Philips Nichte retten. Das ist immerhin etwas.

Da sie Dr. Philip Baldwin als ihren Freund betrachtete, war es eine große Erleichterung für sie gewesen, das Mädchen lebendig aufzufinden. Doch der Erfolg löschte das Bedauern darüber, dass sie der Familie des ermordeten Mädchens den Kummer nicht ersparen konnten, nicht aus.

Autumn schüttelte die Erinnerung ab und zog die eine Augenbraue hoch. „Ich würde sagen, es gab seit unserer Rückkehr nach Richmond durchaus mehrere erfreuliche Entwicklungen.“

Aidens Wangen röteten sich ganz leicht. „Allerdings.“ Seine Mundwinkel hoben sich, und er strich ihr mit der Hand über den Rücken, bevor er seine typische undurchdringliche Miene wiederherstellte und zu seinem Büro ging.

Wenn sie nicht gerade Papierkram erledigten, legten Autumn und Aiden sich mächtig ins Zeug, um ihre Beziehung zu festigen und sich ihrer ernsthaften Absichten zu versichern. Weniger mit Worten. Mehr mit Taten.

Mit jeder Menge Taten.

Obwohl sie nicht stundenlang ihren Beziehungsstatus analysierten, hatten sich ihre Zweifel und Bedenken zerstreut.

Ihre Zuneigung war wechselseitig, mit groß geschriebenem ‚W‘.

„Wer hätte das gedacht, Trent. Die Puzzlesteine deines Privatlebens fügen sich zusammen“, murmelte Autumn im menschenleeren Büro.

Erst vor kurzem hatte sie einen weiteren persönlichen Meilenstein hinter sich gebracht, indem sie Adam Latham angezeigt hatte, wegen sexueller Belästigung und tätlichem Angriff während der Ermittlungen zu einem Fall, bei dem es um Pflegekinder gegangen war. Die Mühlen der Justiz hatten zu mahlen begonnen, und irgendwann würde der Gerechtigkeit Genüge geschehen.

Hoffte sie jedenfalls.

Als das Handy klingelte, schreckte Autumn zusammen, und ihr stockte der Atem, weil auf dem Display Jackies Name angezeigt wurde. Sie schnappte sich das Handy, stürzte aus dem Büro und eilte über den Flur, während sie den Anruf entgegennahm. „Detective Cohen? Wie kann ich Ihnen helfen?“

Ein schwerer Seufzer war zu hören. „Also, Agent Trent, mir müssen Sie nicht helfen. Es geht um Ihre Schwester.“ Jackies Tonfall war ernst.

„Haben Sie sie gefunden?“ Autumn klopfte das Herz bis zum Hals.

Sarah. Ihre Schwester war das einzige Detail, das Autumn noch zum perfekten Glück fehlte. Zum letzten Mal hatte sie Sarah bei der erzwungenen Trennung in der Grundschule gesehen, doch sie hatte die Hoffnung, sie zu finden, nie aufgegeben.

Vergangene Woche hatte Detective Cohen ihr eine Nachricht mit verstörendem Inhalt geschickt.

Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sarah Nichol noch nicht gefunden wurde, aber Cara Nicholson, die Prostituierte, die ich bei unserem letzten Telefonat erwähnt habe, war ausgesprochen aktiv. Cara wird nicht mehr nur als Zeugin gesucht, sondern gilt im Mordfall der fünf ‚Freier‘, die kurz vor ihrem Tod mit ihr Kontakt hatten, als tatverdächtig. Die Polizei von Tallahassee hat einen Haftbefehl für Cara, und obwohl ich nicht offiziell bestätigen kann, dass Sarah Cara ist … bin ich mir doch so gut wie sicher.

Ich habe ein Foto beigefügt, das eine von Caras Kolleginnen der örtlichen Polizei überlassen hat. Die Frau auf dem Bild sieht Sarah sehr ähnlich … Es tut mir wirklich leid, Autumn. ‚Cara‘ dürfte im Laufe der Woche festgenommen werden. Ich informiere Sie.

Das war vor fünf Tagen gewesen, also innerhalb der von Jackie genannten Frist. Autumn hoffte, die Detective aus Florida, deren Hilfe sie erbeten hatte, würde gute Neuigkeiten haben. Jackie war zwar bei der Kriminalpolizei von Lavender Lake für Gewaltverbrechen zuständig, hatte sich in ihrer Freizeit aber wie ein Bluthund auf Sarahs Fährte gesetzt. Autumn war der Frau für ihre Unterstützung unendlich dankbar. Sollte Jackie sich mal beim FBI bewerben, würde Autumn ihr ein Empfehlungsschreiben ausstellen.

„Nein, Sarah wurde nicht gefunden.“

Autumns Stimmung ging in den Keller. Verdammt. Sie war so dicht davor gewesen, Sarah zu orten, doch dann hatte sie ihre Schwester aufgescheucht, und sie war untergetaucht. Seit Sarah zum letzten Mal im Department Lavender Lake gesehen worden war, hatten weder Jackie Cohen noch Autumn irgendwelche Hinweise auf ihren Aufenthaltsort zutage gefördert.

Erst vor einem Monat hatte sich Neues ergeben. Da war in Tallahassee eine Prostituierte namens Cara Nicholson auf dem Radar der Polizei erschienen, nachdem drei ihrer Freier tot aufgefunden worden waren.

Als sich die Opferzahl auf fünf erhöhte, wurde Cara offiziell zur Mordverdächtigen. Jackie hatte Autumn ein Foto von ‚Cara Nicholson‘ gemailt. Autumn hatte keinen Zweifel, dass Cara ihre Schwester war. Außerdem hatte Jackie gemeint, die Polizei von Tallahassee habe vor, Cara so schnell wie möglich festzunehmen.

Detective Cohen räusperte sich. „Die Polizei wollte in einer Loftwohnung, die von Cara Nicholson und fünf ihrer Kolleginnen genutzt wird, den Haftbefehl vollstrecken, doch sie war nicht da. Keine der Frauen hatte sie seit Mittwoch gesehen. Nachts war sie in das Auto eines Mannes gestiegen, vermutlich um Sex mit ihm zu haben.“

Autumn biss sich auf die Lippe und kämpfte gegen Tränen der Enttäuschung an. Sie wusste nicht, welche Abwärtsspirale Sarah zur Sexarbeit und zum Strippen geführt hatte, litt aber unter Schuldgefühlen, weil sie selbst mit dreizehn Jahren von einem freundlichen älteren Ehepaar adoptiert worden war und ein liebevolles Zuhause erlebt hatte.

Sie schluckte mühsam, konzentrierte sich und rechnete nach. „Das war vor fast fünf Tagen. Seitdem wurde Sarah nicht mehr gesehen? Wurde denn der Mann gesehen, mit dem sie mitgefahren ist? Sein Wagen?“

„Es war dunkel.“ Jackie klang beinahe zerknirscht. „Keine der Frauen konnte den Freier beschreiben, und vom Fahrzeug wissen wir bloß, dass es schwarz war.“

Autumn war gefrustet. „Ein Viertürer? Zweitürer?“

„Man sollte eigentlich meinen, sie müssten sich erinnern, und vielleicht wollen sie Cara auch nur schützen.“ Jackies lange Pause ließ Böses ahnen. „Aber die meisten Frauen stehen bei der Arbeit unter Drogen, und wenn sie frei haben, sind sie erst recht zugedröhnt. Das ist ein harter Job, der im Allgemeinen mit Bewältigungsmechanismen und Drogenmissbrauch einhergeht.“

Jackie hatte recht. Die Prostitution wirkte sich zerstörerisch auf die psychische Gesundheit der Sexarbeiterinnen aus. Alkohol und Drogen milderten die hässlichen Realitäten des Alltags und verhinderten gleichzeitig, dass die Betroffenen sich aus ihren prekären Lebensverhältnissen befreiten.

Sie hatte sich schon oft gefragt, ob auch Sarah in diese Falle getappt war.

„Und jetzt …“ Autumn ließ den Satz unbeendet.

„Jetzt“, sagte Jackie entschlossen, „fahnden wir nach Cara, die höchstwahrscheinlich mit Sarah identisch ist. Sie müssen sich klarmachen, dass die örtliche Polizei überzeugt ist, Ihre Schwester habe alle fünf Männer ermordet. Gemma Lowe, die Polizeichefin, rechnet täglich damit, dass die sechste Leiche gefunden wird. Sie glaubt, Sarah ist auf der Flucht.“

Autumn legte sich die freie Hand auf die Stirn. „So viel zum Prinzip ‚unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils’, wie?“

Jackie seufzte gedehnt. „Cara ist in allen Mordfällen am Tatort auf Überwachungsvideos zu sehen. Natürlich muss man sie erst festnehmen, bevor sie angeklagt und verurteilt wird, und ihre Unschuld schließt man derzeit noch nicht aus. Als FBI-Agentin können Sie diese Überlegungen doch wohl nachvollziehen, oder?“

„Natürlich.“ Autumn dachte daran, wie ihre kleine Schwester sich nachts unter ihre Decke gekuschelt hatte. „Und als ihre Schwester muss ich daran glauben, dass Sarah die fünf Männer nicht getötet hat. Es sei denn, es liegen Videos der Taten vor.“ Sie klopfte in Gedanken auf Holz. „Und ich nehme an, die gibt es nicht.“

„Nein.“ Das Klicken einer Tastatur war zu hören. „Ich schicke Ihnen alles, was ich von der Polizei erfahren habe, und auch die Videos, aber ich möchte Sie dringend bitten, nach Florida zu kommen. Wenn Ihre Schwester mitkriegt, dass Sie in der Gegend sind und nach ihr suchen, stellt sie sich vielleicht freiwillig. Ganz gleich, ob sie die Männer getötet hat oder nicht, Sie könnten dabei helfen, die Angelegenheit aufzuklären, bevor die Jagd nach Cara Nicholson eine hässliche Wendung nimmt.“

Für Autumn war völlig klar, was sie tun musste. „Ich komme, so schnell ich kann.“ Dann hatte sie eine Idee. „Haben Ihre Officers in der Wohnung, die Cara sich mit den anderen Frauen geteilt hat, eine Zahnbürste oder einen Kamm von ihr gefunden?“

Weiteres Klicken. „Ich verstehe. Würden Sie einem DNA-Abgleich zustimmen, um festzustellen, ob Cara tatsächlich Sarah ist?“

Darum ging’s.

Autumn schob den sarkastischen Gedanken beiseite. Jackie wollte bloß helfen. „Ja. Obwohl ich mir bereits sicher bin, dass diese Frau meine Schwester ist, hätte ich doch gern einen Beweis.“

„Sehr gut.“ Jackie klang ausgesprochen erleichtert. „Ich besorge eine Probe, falls das möglich ist. Aber bedenken Sie, dass es Tage oder Wochen dauern kann, bis ein Ergebnis vorliegt.“

Autumn hatte einen Geistesblitz. „Die Kameras zeigen Sarah in Begleitung jedes der fünf Männer, und die Leichen wurden jeweils am nächsten Tag gefunden. Aber der sechste Freier, der noch nicht gefunden wurde … gibt es auch von ihm Videomaterial? Sie sagten, man habe Caras Kolleginnen um eine Beschreibung gebeten.“

Jackie schaltete sofort. „Dieser Bereich wurde von Kameras nicht erfasst, deshalb habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Fünf Tage ohne Leiche und kein Video der Anbahnung, das unterscheidet sich grundlegend von den anderen Nachtjobs mit anschließender Tötung. Sie müssen Ihr Superhirn umgehend hierher verfrachten.“

Nach dem Anruf kniff Autumn die Augen zusammen und lehnte sich an die Wand, während ihr der Kopf schwirrte.

Sarah. Warum habe ich dich noch nicht gefunden?

Wieso waren zwei Schwestern, die ein Herz und eine Seele gewesen waren, in völlig verschiedenen Universen gelandet?

Aber nicht nur beruflich unterschieden sich ihre Lebenswege. Sarah wusste davon nichts. Als Autumn nach ihrer Gehirnoperation aus der Narkose erwacht war, verfügte sie über eine Gabe, die wissenschaftlich nicht zu erklären war.

Seit jenem Tag vermochte sie mittels Berührung die Emotionen anderer Personen zu erspüren. Anfangs hatte die Veränderung sie verstört. Ihr sogar Angst gemacht. Es war nicht leicht, sich die Gefühle eines anderen Menschen aufzubürden, zumal für ein elfjähriges Kind.

Zu Beginn ihres Erwachsenenlebens war sie in gefährliche Situationen geraten, in denen sich ihre Gabe als nützlich erwiesen hatte. Seit sie in der Abteilung für Verhaltensanalyse arbeitete, hatte sie schon bei mehreren Fällen geholfen.

Ihre Schwester aber hatte sie damit nicht finden können.

Mit einem schweren Seufzer stieß Autumn sich von der Wand ab. Bislang hatte sie die Neuigkeiten zu Sarah für sich behalten, doch es wurde Zeit, Aiden einzuweihen. Das ganze Team.

Möglicherweise würden viele oder alle ihrer Kollegen glauben, Sarah sei eine Mörderin. Zwar wäre es ihr unangenehm, wenn sich das herumsprach, doch jetzt kam es darauf an, sämtliche Ressourcen zu nutzen, um sie zu finden.

Ob unschuldig oder nicht, Sarah Nichol brauchte ihre große Schwester jetzt mehr denn je.

Fallen sollen tödlich sein … wird jemand in dieser hier sterben? 

Allmählich fügen sich die Puzzleteile von FBI Special Agent Autumn Trents Leben zusammen. Ihre Beziehung mit SSA Aiden Parrish steht auf einer soliden Grundlage, und endlich hat sie gegen ihren früheren Chef Anklage wegen sexueller Belästigung erhoben.

Nun fehlt ihr nur noch eines: ihre kleine Schwester, von der sie in der Grundschulzeit getrennt wurde. Das hat sie nie verwunden, und immer wollte sie sie wiederfinden.

Doch es wäre ihr im Traum nicht eingefallen, dass sie sie auf diese Weise entdecken würde. Read More